Zeitgeistblog

Marketing, Werbung und anderes

Zu viel ist zu viel ist zu viel ist zu viel

Ich mag gute Werbung. Ich schaue sie mir gern an, ich rede gern darüber und hole mir gern Inspiration für meine Arbeit. Aber es gibt so Tage, da will ich einfach meine Ruhe haben – und genau an diesen Tagen finde ich sowas hier entsetzlich, unangenehm, beängstigend.

Ich will nicht bestreiten, dass das eine nette Idee ist – aufmerksamkeitsstark und so weiter. Alles ganz toll gemacht. Aber: Was will man uns eigentlich noch alles zumuten? Werde ich in Zukunft in ner Kneipe Toilettenpapier mit Persil-Werbung nutzen? Oder werde ich mir ne Wohnung mieten und erstmal die Werbung von den Wänden abkratzen müssen? Nö, will ich nicht. Ich will mal wieder einen richtig schönen Kugelschreiber haben – ohne Werbung. Will mich im Kino mal wieder auf die Werbung vor dem Film freuen, weil ich nicht schon an jeder Ecke damit zugeballert wurde. Ich will während der Zugfahrt Wiesen und Felder sehen und keine überdimensionalen Werbeschilder. Und ich will entspannt Radio hören ohne dass mir kreischende Stimmen Werbebotschaften um die Ohren hauen. Ich will einfach mal wieder nen klaren Kopf kriegen…

“Werbung auf Geldscheinen” wurde übrigens vor ein paar Jahren schon mal thematisiert: In einem Spiegel-Artikel hieß es, Geld als Werbeträger würde “dem Staat viele Milliarden Euro ins Säckel spülen” – und uns damit aus der Finanzkrise retten … oder so ähnlich. Na ja, es war nur ne Idee – und in Zeiten von bargeldlosem Einkauf wird es hoffentlich auch nur bei der Idee bleiben.

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1 Kommentar

  1. Schade, das Video ist nicht mehr aufzufinden.

    Ich habe übrigens eine Empfehlung. Werbefreiheit erreicht man dann, wenn man sich zumindest teilweise aus dem ganzen Medienbumms raushält.

    Kein Kino, kein Schaufensterbummel, kein TV und kein Internet. Vielleicht für eine Zeit während des Urlaubs? Oder doch lieber an fünf Wochentagen?

    Man findet wieder Muße und wenn Sie nicht unter neurotischenHyperaktivitätszwängen leiden, werden Sie durchaus in dieser Zeit wieder zu mehr Inspiration und richtiger Freude finden. Werbung wird, wenn sie in Maßen analysiert wird sogar zu einer, wie Sie selbst schon indirekt anmerkten, unterhaltsamen Sache. Es taugt im Zuge des reichlich unverschämten Neuromarketings sogar zur inneren Reflektion und schult in diesem Bereich den Aufmerksamen Beobachter. Das halte ich für dringend geboten, wenn man nicht von jedem Werbepsychopathen mit seinem Müll hinterrücks und unbewußt befallen werden möchte.
    Den meisten Menschen fehlt dafür die notwendige Aufmerksamkeit, das liegt aber insbesondere an der steten Reizüberflutung, der sich jeder aussetzt, der freiwillig sexualisierte brutalisierte “Unterhaltung” konsumiert, sich dauerhaft mit Oberflächlichkeit beflimmern läßt und zwischendurch 50-250 Werbebotschaften verdauen muss.

    Radio gibts als Podcast, einige interessante Sendungen ohne nervige Werbung im Netz, oft auch schon als Podcast, Musik kann man sich auf Cds kaufen (weniger ist auch hier mehr).

    Also lange Rede kurzer Sinn: Der geballten Werbeflut muss man sich entziehen, soweit man das kann, dem Medieneinfluß ein gutes Stück entgehen aus der gewonnenen Zeit gewinnt man Langsamkeit und findet innerlich wieder eine Ruhe, die sich in einer vielschichtigeren Sensibilität äußert mit der man dann ausgewählte Contents viel intensiver und detailierter wahr nehmen kann.

    Ich verzichte seit Jahren auf Kino, seit mehr als 10 Jahren auf TV und Radio gibts nur als Onlinepodcast. Verzichte auf Zeitungen und Zeitschriften und lese gelegentlich in der sonst für Tageszeitung verlorenen Zeit lieber ein Buch.

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